Zum ersten Mal paddeln ausserhalb Deutscher Grenzen - Die Berounka in Tschechien

1 - Die Tour

Wer und Wann

Mecke, Ulli, Holger, Matthias

5 Tage insgesamt davon 4 Tage paddeln im trocknen Sommer 2003

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>>> GPS-Track

Die Strecke

von Chrast nach Karlstein

100 km (25km je Tag)bild

Kartenskizze

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Kartenquelle: Jübermann Kartographie

3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Die Tour

In den letzten Jahren haben wir so nach und nach die bekanntesten Paddelreviere im Umkreis von 200 km um Berlin abgeklappert. Mecklenburger Seenplatte, Rheinsberger Seen, Feldberger Seen, Havel, Spree und Spreewald. Alles wunderschön und sicher immer eine Paddeltour wert. Nur wo ist da die Herausforderung, oder irgendwie ist es immer flaches Land. Gibt es nicht auch mal eine andere Landschaft mit den Faltbooten zu endecken? Meine regelmäßigen Besuche (vorwiegend als Leser) im Faltbootforum machten mich auch auf einige empfehlenswerte Flüsse in Tschechien aufmerksam.

Nach intensiver Recherchen und Nachfragen an die Spezialisten im Forum, kristallisierte sich die Berounka als empfehlenswerter Gebrirgswanderfluss ohne zu große Schwierigkeiten heraus. Einzig die ca. 20 Wehre auf wirkten zu Beginn der Planung abschreckend. Aber alle Quellen sprachen übereinstimmend von problemloser Überwindung. Vorsichtshalber haben wir aber doch noch einen Bootswagen angeschafft, der aber nur einmal auf der Strecke zum Einsatz kam. Die Überwindung der restlichen Wehre war immer ohne Wagen möglich. Schnell waren auch 3 Begleiter für die Tour gefunden. Den Ausflug zum südlichen Nachbarn nutzte ich und Mecke gleich ausgiebig zur Ergänzung unserer Ausrüstung. Die Tschechen hatten ja schon immer ein Händchen für qualitativ hochwertige Sport- und Freizeitartikel.

Während Mecke und ich bereits am Dienstagabend den Startpunkt in der Nähe von Pilzen erreichten kamen Matthias und Ulli erst am folgenen Morgen an. Der trockene Sommer 2003 ging auch an Tschechien nicht spurlos vorbei, die Berounka war neben der Elbe und einigen Moldauabschnitten laut www.raft.cz der einzige noch befahrbare Fluss im ganzen Land. Nun könnte man denken, dass das zu einer totalen Überfüllung von Fluss und Campingplätzen an der Berounka führte. Sicher waren mehr Boote auf dem Fluss und die Campingplätze waren auch nicht gerade leer aber es war keinesfalls überfüllt. Für uns Flachlandtiroler waren bereits die ersten Kilometer ein echtes Erlebniss. Der Fluss hat eine durchschnittliche Fließgeschwindigkeit von 3-5 km je h. Man kommt also ohne große Anstrengung zügig vorwärts. Leider bremsen einen die Wehre und auch die preiswerten Einkehrmöglichkeiten immer wieder ein. Ohne sich unter Druck zu setzen waren aber täglich 25 km ohne Probleme möglich. Leider war durch die große Trockenheit auch in der Berounka sehr wenig Wasser und einige Flussabschnitte waren nur noch in einer schmalen Fahrrinne befahrbar oder man musste treideln. Besonders unangenehm waren die Bereiche in denen das Flussgefälle zu Schnellen führte. Mit den langen Booten und der schmalen Fahrrinne wurde es bei der hohen Geschwindigkeit oft recht eng und es gab schon die eine oder andere unsanfte Berührung mit Felsbrocken die im Wege lagen. An den ersten ein oder zwei Tagen gestaltete sich die Fahrt doch etwas unentspannt. Uns fehlte ja schließlich die Erfahrung auf Fließgewässern und was die Boot dabei aushalten könne war uns ja auch nicht klar. Im Ergebnis einiger unsanfter Felsberühungen gaben auch zwei Senten nach und brachen sauber in zwei Teile. Aber nach und nach hatten wir Boote und Fluss immer Besser im Griff und konnten uns intensiver auf die Schönheit der Natur konzentrieren. Neben der hügligen waldreichen Landschaft paddelt man auch immer wieder an steilen Felswänden und verfallenen Burgen vorbei. Inzwischen ärgerten wir uns alle, dass sich niemand von uns überwinden konnte seine gute Kamera mit zu nehmen. Wir hatten alle kein gutes Gefühl auf solch einem Fluss die Spiegelreflex-Ausrüstung mitzuschleppen. Deshalb gibt es auch keine Bildergalerie wie auf den anderen Wikingerseiten. Die Bilder die hier zu sehen sind kommen alle aus anderen Quellen, geben aber einen ganz guten Eindruck vom Charakter des Flusses und der Landschaft. Bei der nächsten Befahrung der Berounka wird dieser Fehler sicher nicht wiederholt. Die einzigen nicht so schöne Flusskilometer finden sich in der Gegen der Industriestadt Beroun. Wobei dieser Kontrast die Schönheit der übrigen Strecke nur unterstreicht. Und als Entschädigung folgt kurz darauf die Burg Karlstein an der wir unsere Tour in einem Touristenhotspot standesgemäß in einer touristisch angepasten Lokalität beendeten. Die Rückholung der Autos erfolgte problemlos. Während Mecke trampend zum Ausgangspunkt unserer Reise zurückkehrte, wählten Matti und Ulli die bequeme und etwas schnellere Zugvariante. Inzwischen kümmerte ich mich um den Bootsabbau und eine Bestandsaufnahme der Schäden. Neben den beiden Sentenbrüchen muste ich auch noch einige Perforationen in den Bootshäuten feststellen. Die Nutzung von quellfähiger Baumwolle als Trägermaterial für die PVC Schichten der Bootshäute führte dazu, dass sich die kleine Löcher unterwegs immer wieder selbst schlossen, so dass ich die Lecks bis zum Abbau überhaupt nicht bemerkt hatte. Nach dieser ersten Auslandserfahrung mit Faltbooten stand fest, dass man sich in Zukunft öfter mal in die Nachbarländer zur Erforschung neuer Paddelreviere begeben sollte. Auch die Berunka wird uns sicher in nicht allzu ferner Zukunft wiedersehen und zwar nicht nur wegen dem guten Bier.


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